Ausgangslage
Mit wachsender Produktvielfalt im Treasury wurden manche Geschäfte manuell bearbeitet, weil sie im System nicht definiert waren. Ein manuell bearbeitetes Treasury-Geschäft trägt drei unterschiedliche Risiken: Ausführungsfehler, Buchungsfehler und eine Lücke in der Auswertung. Bei Produkten mit unregelmäßigem Cashflow — Zwischenzins- oder Tilgungsstrukturen — war die händische Abgrenzungsrechnung sowohl fehleranfällig als auch geeignet, das Periodenergebnis zu verzerren.
Vorgehen
- Es wurde ein Bestandsverzeichnis der manuell bearbeiteten Geldmarktprodukte erstellt und festgelegt, welche davon im System zu definieren sind.
- Für Produkte mit unregelmäßigem Cashflow wie Zwischenzins- und Tilgungseinlagen wurden Geschäftsabläufe entworfen.
- Buchungssätze und Abgrenzungsrechnungen wurden je Produkt systematisiert.
- Die von Treasury und Finanzcontrolling benötigten Auswertungen wurden definiert.
Ergebnis
- Das operationelle Risiko manuell bearbeiteter Treasury-Geschäfte wurde verringert.
- Die Abgrenzungsrechnung war nicht länger personenabhängig, sondern systemisch.
- Buchhalterische Konsistenz wurde auf Produktebene erreicht.
- Die Erweiterung der Treasury-Produktpalette war nicht länger durch die Infrastruktur begrenzt.
Diese Fallstudie beschreibt das Projekt über seinen Umfang und sein Vorgehen. Kundenname, kommerzielle Zahlen und Leistungskennzahlen bleiben aufgrund von Vertraulichkeitspflichten ungenannt.
Was dieses Projekt hinterlassen hat
Ein Produkt, das im System nicht definiert ist, bedeutet meist, dass auch sein Risiko nicht definiert ist. Jedes manuell bearbeitete Geschäft ist faktisch eine nicht erfasste operationelle Risikoposition. Das ist auch in der Cash-Management-Beratung das Erste, was geprüft wird: Welche Geldbewegung liegt in einem System, und welche in der Tabelle von jemandem?
- Cash Management — Cash-Management-Strategien, die Ihre Zahlungsströme planbar machen und das Liquiditätsrisiko senken.