Ausgangslage
Nostro-Konten sind die Konten der Bank bei ausländischen Korrespondenzbanken und stehen im Zentrum der untertägigen Liquiditätssteuerung. Werden ihre Salden und untertägigen Bewegungen manuell verfolgt, folgen zwei Probleme: Der Saldo ist nicht in Echtzeit bekannt, und die Reihenfolge der Zahlungen liegt im Ermessen Einzelner. Das Ergebnis war, dass manche Kundenzahlungen ohne Not warteten, während andere unnötig vorgezogen ausgeführt wurden.
Vorgehen
- Die Infrastruktur zur Verfolgung der Nostro-Cashflows wurde neu gebaut und bestehende Funktionen verbessert.
- Manuell bearbeitete Verfolgung und Abstimmung wurden systematisiert.
- Eine Reihenfolgelogik wurde definiert, damit Treasury-Zahlungen nach Priorität übertragen werden.
- Quellen operationellen Risikos — manuelle Erfassung, späte Abstimmung, unvollständige Saldensicht — wurden auf Prozessebene adressiert.
Ergebnis
- Die Systematisierung manueller Arbeit senkte operative Kosten und Arbeitslast.
- Quellen operationellen Risikos wurden verringert.
- Die Priorisierung der Zahlungen verhinderte Verzögerungen bei Kundenzahlungen.
- Die Sicht auf die untertägige Liquidität hing nicht mehr an individueller Nachverfolgung.
Diese Fallstudie beschreibt das Projekt über seinen Umfang und sein Vorgehen. Kundenname, kommerzielle Zahlen und Leistungskennzahlen bleiben aufgrund von Vertraulichkeitspflichten ungenannt.
Was dieses Projekt hinterlassen hat
In der Liquiditätssteuerung ist die eigentliche Frage nicht, ob Geld vorhanden ist, sondern zu wissen, wo es liegt und wann. Ein Institut mit ausreichendem untertägigem Saldo wird eine Zahlung dennoch verzögern, wenn es diesen Saldo nicht sieht. Genau das leistet eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung im Unternehmen: Sichtbarkeit kommt vor der Liquidität selbst.
- Cash Management — Cash-Management-Strategien, die Ihre Zahlungsströme planbar machen und das Liquiditätsrisiko senken.